Safari der Suchenden

Safari der Suchenden – Eine abenteuerliche Reise am Büfett des Lebens

von Klaus Eitel Acker.

Eine abenteuerliche Reise am Büfett des Lebens

Das unendliche Suchen nach Glück und Erfüllung.
Der Journalist Hans-Peter Leitning hat viele Jahre geglaubt, dass beruflicher Erfolg alles ist. Doch in seinem Inneren meldet sich eine tiefe Sehnsucht. Es ist irgendetwas, das er über viele Jahre verdrängt hat und jetzt ans Licht sprießen möchte. Er kann es nicht einmal genau definieren, obwohl das eine seiner Stärken ist. Allmählich ahnt er, dass es um den Sinn seines Lebens geht. Er trifft eine wichtige Entscheidung, die ihn und seinen Lebensweg verändert. Die Tagebücher eines verschollen geglaubten jungen Mannes spielen dabei eine wichtige Rolle.

Im Frühjahr 1984 hat ein junger Mann den Absturz eines Transportflugzeuges in der Taiga als Einziger überlebt und galt als verschollen. Doch statt zu verzweifeln, hat er sein Schicksal erfolgreich gemeistert, und schließlich das Ruder seines Lebens in die eigenen Hände genommen. Das alles erfährt Leitning vom Bruder des Verschollenen, dem Russlanddeutschen Dimitri, der als Handwerker in dem Schloss arbeitet und noch immer nach ihm sucht.
Leitning ist von den tiefschürfenden Gesprächen mit Dimitri fasziniert – scheinen sie doch genau seine innere Gemütslage zu treffen. Zuweilen ist er sogar irritiert und fragt sich, wer dieser kluge und seltsame Mann tatsächlich ist? Als Dimitri plötzlich verschwindet wird die Situation noch mysteriöser. Was ist der Grund? Wer ist hinter den Tagebüchern her und vor allem weshalb? Und was hat Olga, eine reiche Frau aus der Schweiz, mit dieser Geschichte zu tun? Leitning findet es heraus, denn Olga hat wichtige Informationen.
Doch der Schlüssel zum Verständnis dieser ungewöhnlichen Vorgänge liegt schließlich in einer Nachricht, die alle sprachlos macht.
Diese Abenteuergeschichte dient dem gesamten Buch als spannender Rahmen – einerseits für eine Reise tief in unser eigenes Selbst, und andererseits für brandaktuelle Themen und gewagte Sichtweisen auf unsere Welt von heute und morgen.
Es geht um Fragen nach dem Sinn des Lebens, und ob das alles gut und richtig ist, was wir tun. Wo finden wir das Glück? Wohin bewegt sich unsere Gesellschaft, auf unserem blauen Planeten? Wie viel eigenen Handlungsraum hat jeder Mensch? Gibt es etwa eine persönliche Lebensaufgabe für jeden Einzelnen und damit auch für SIE?

Lassen Sie sich inspirieren vom Büfett des Lebens.


Leseprobe 1:

… Sascha war ganz anders. Weißt du, wir sind zweieiige Zwillinge, sehen uns äußerlich aber trotzdem sehr ähnlich.
Er mochte keinen Alkohol. Schon früher, als er noch zur Schule ging, war er gern allein. Während die anderen Jungen irgendwelchen Blödsinn anstellten, hatte er lieber dicke Bücher gelesen, von denen seine Freunde kaum etwas verstanden. Deshalb war er ein Außenseiter und seine Mitschüler wussten nicht so recht, ob sie über ihn lachen, oder ihn bewundern sollten.
Unser Onkel sagte mal, er könne um die Ecke denken, was bei den Lehrern nicht immer gut ankam.“
“Warum? Wie meinst du das?“
„Er war ihnen zu klug, zu eigenständig, zu unberechenbar. Er ließ sich nicht verbiegen, weiß du.“
„Das ist doch super!“
Dimitri schaut nur kurz auf und sagt: „Ja ja, aber nicht in einem kommunistischen Land.“ HP brummt kurz zur Bestätigung, worauf Dimitri fortfährt. „Nach dem Schulabschluss hatte er ebenfalls in meinem Betrieb gearbeitet. Später studierte er in Moskau Kybernetik und Psychologie. Deshalb sahen wir uns nur noch selten.
Wenn es möglich war, kam er in den Semesterferien nachhause in unser Dorf. Wir hatten uns immer viel zu erzählen, wie das unter Brüdern so ist.
Sascha arbeitete dann wieder für unseren Bergbaubetrieb. Dort war man froh über jede Hilfe in der Ferienzeit. Mein Bruder war im Betrieb noch gut bekannt und er bekam seine Ferienarbeit ordentlich bezahlt.
Er sollte für jemanden einspringen und den Werkzeugtransport zu einer entfernten Grube begleiten. Ich sehe ihn noch, wie er in die Transportmaschine steigt und mir freudig zuwinkt.
Weißt du, es kam ihm gerade recht, denn er hatte an diesem Tag einen Brief bekommen, dass er sich auf dem Revier melden sollte, um zu einer Reservistenübung einzurücken. Da war der Transportflug in die Grubenkolonie genau richtig, um auf andere Gedanken zu kommen und um Zeit zu gewinnen. Denn er verabscheute den Armeedienst.“
Dimitri sieht HP wieder fest in die Augen und sagt: „Das ist jetzt auf den Tag genau 30 Jahre her. Was für ein Zufall!“ Er scheint darüber fast erschrocken zu sein und blickt nachdenklich ins Leere, bevor er nach einer langen Pause seine Haare aus der Stirn streicht.
„Das Flugzeug kam nie an! Es war einfach verschwunden …


Leseprobe 2:

… Gott sei Dank, ich lebe. Ich schreibe das jetzt alles so genau wie möglich auf, weil es wichtig ist. Nicht nur für mich selbst, sondern auch für Menschen, die es einmal lesen werden, wenn ich nicht mehr hier bin. Ich kann das alles noch gar nicht fassen.
Es kann sein, dass ich doch noch sterbe, wenn mich keiner findet. Ich möchte das, was geschehen ist, und vor allem, wie ich es erlebt habe, zu Papier bringen.
Es sind schon ein paar Tage vergangen, seit dem Absturz und ich glaube, hier ist seit hundert Jahren kein Mensch vorbeigekommen.
Ich hatte gehofft, dass man uns suchen würde. Sicher haben sie das auch getan. Immer und immer wieder wünsche ich mir, dass wir unsere Route nicht verlassen hätten. Die Beiden sagten, dass wir noch zu einer anderen Grube fliegen müssten. Keine Ahnung, was die so alles nebenbei für Geschäfte machen. Jedenfalls wusste ich vorher nichts davon. Ich bin auch nur zur Aushilfe eingesprungen. Und solange ich alles quittiert bekomme, was wir übergeben, soll es mir egal sein. Deshalb hatte ich mir auch keine Sorgen gemacht.
Bis dann die dunklen Wolken vor uns auftauchten und der Pilot sagte, dass wir das Unwetter umfliegen müssten. Sicherlich hatte er gewusst, was er tat und hatte es gut gemeint. Doch wir kamen in schreckliche Turbulenzen. Als der Blitz einschlug, ging alles ganz schnell. Die Motoren blieben plötzlich stehen und alle Lampen gingen aus. Wir verloren rasch an Höhe und es fühlte sich an wie auf einer Schaukel. Ich sah schon den Wald unter uns. Plötzlich krachte es. Ich flog nach vorn und der Sicherheitsgurt grub sich in meinen Bauch. An mehr kann ich mich nicht erinnern.
Dimitri ist sichtlich erregt und aufgewühlt, und er muss sich immer wieder über sein rechtes Auge wischen. Stellenweise scheint er auswendig zu sprechen und HP weiß nicht, ob er etwas dazu interpretiert oder ob er wortwörtlich übersetzt. Vielleicht hat er es einfach schon sehr oft gelesen.
Als ich wieder zu mir kam, war es totenstill. Weder Regen noch Wind konnte ich hören. Ich hing mit dem Kopf nach vorn in meinem Sitz, der leicht schräg nach unten geneigt war. Da es draußen noch nicht völlig dunkel war, konnte ich erkennen, dass vor mir im Flugzeug alles durcheinander lag.
Zum Glück brannte es nicht. Ich rief instinktiv nach den beiden Piloten. Keine Antwort. Dann löste ich vorsichtig meinen Gurt und rutschte nach vorn von meinem Sitz herunter.
Plötzlich gab es einen Ruck und ich konnte mich gerade noch festhalten, als das gesamte Flugzeug nach unten sackte. Ich hielt den Atem an, denn ich wusste zunächst nicht, wo ich war. Erst nach und nach begriff ich, was passiert war. Bei einem Blick durchs Fenster stellte ich mit Erleichterung fest, dass wir auf dem Boden waren.
Nach einem tiefen, schmerzenden Atemzug versuchte ich mich in meinen Körper hineinzufühlen. Ich konnte mich bewegen. Nur der Bauch und meine Beckenknochen taten mir weh. Zum Glück hatte ich ganz hinten gesessen, also hinter den schweren Kisten und Paletten, sonst wäre ich wohl davon erschlagen worden. Die Kartons lagen vor mir alle durcheinander.
Ich kletterte vorsichtig weiter nach vorn über die Kisten hinweg. Mir brummte der Schädel. Vorsichtig betastete ich meinen Kopf, konnte aber keine Verletzung feststellen. Wahrscheinlich hatte ich eine Gehirnerschütterung. Das wäre kein Wunder nach einem Flugzeugabsturz.
Plötzlich hatte ich den Eindruck, dass es verbrannt roch. Ich wollte raus. Nur raus …


Leseprobe 3:

Als mein Tobsuchtsanfall vorüber war und ich langsam meine Fassung zurückerlangt hatte, setzte ich mich neben das Feuer und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht.
Es waren noch nicht einmal zwei Tage vergangen. Ich musste einfach Geduld haben. Das dauert seine Zeit, bis die Suche auf dieses Gebiet erweitert wird, redete ich mir ein. Denn wir waren ja von unserer Route abgezweigt. Also würde man erst unsere alte Strecke absuchen.
Hatten die Piloten die Kursänderung eigentlich bekannt gegeben oder abgestimmt? Keine Ahnung. Soviel ich wusste, hatten niedrig fliegende Transportmaschinen nicht ständig Funkkontakt. Wahrscheinlich hatten sie gar keinen. Sie flogen nach Karte und Sicht. Jedenfalls hatte ich von meinem Sitzplatz aus keine Funkkommunikation bemerkt.
Also wird man zunächst das Gebiet absuchen, wo wir normalerweise entlang geflogen wären! Erst wenn sie dort die Suche aufgeben würden, suchten sie vielleicht die angrenzenden Gebiete ab.
Aber war das hier ein angrenzendes Gebiet? Nein! Da könnten sie genauso gut in jedem anderen Winkel der Taiga suchen. Scheiße! Hier kommt keiner vorbei, es sei denn, jemand verirrt sich oder … was weiß ich. Scheiße, Scheiße, Scheiße! Nun helft mir doch endlich, schrie ich, und gab mich meiner Resignation hin.
Ja, ich führte Selbstgespräche. Laute Selbstgespräche, wie ein Verrückter. Sollte ich wirklich schon verrückt geworden sein? …


Leseprobe 4:

… HP schließt seine Zimmertür und ist sehr nachdenklich. Die alten Dielen knarren unter seinen langsamen Schritten. Als er zum Spiegel schaut, bleibt er wie erstarrt stehen. HP blickt direkt in seine Augen.
Ist er noch in der Fahrrinne seiner persönlichen Evolution, wie es Dimitri genannt hat? Ist er glücklich in seinem Leben? Schwierige Fragen für ihn – auch noch vor dem Schlafengehen. Jedenfalls kann er sie nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten. Eigentlich mag er seinen Job. Er ist gern Journalist. Was ist es dann, dass ihn zweifeln lässt?
Natürlich weiß er, dass auch andere Menschen irgendwann ihr Leben besonders hinterfragen. Das ist typisch für sein Alter. Und er fragt sich, wobei früher seine Augen geleuchtet haben? HP erinnert sich an viele Dinge, von denen er leider nur noch wenige macht. Doch Schreiben tut er immer noch. Schülerzeitschrift, Reportagen, Dingen auf den Grund gehen, das hat ihn immer schon erfüllt. Insofern hat er doch seinen Weg gefunden. Andere hadern sogar mit ihrem Beruf – er nicht. Und doch scheint etwas in seinem Leben nicht zu stimmen. Vielleicht ist es die Geschwindigkeit und das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Obwohl alle Menschen über die gleiche Zeit verfügen. Jeder hat 24 Stunden pro Tag und es ist seine Aufgabe, diese Zeit einzuteilen und sie den Dingen zuzuteilen, die wichtig sind, die glücklich machen. Mit den Sachen, die wichtig zu sein scheinen, hat HP keine Probleme. Es sind dann wohl eher die Dinge, die ihn glücklich machen, die bei ihm zu kurz kommen. Und welche Dinge sind das? Diese Frage geht ihm nicht mehr aus dem Sinn. Er will eine Antwort finden.
Ein Teil in ihm möchte jetzt schlafen und ein anderer will diese Gedanken weiterspinnen. Doch er kommt zu keinem Ergebnis, außer, dass es wohl etwas mit der Zeit zu tun haben könnte. Zeit für sich selbst. Freie Zeit, ohne einen bestimmten Zweck, ohne ein Ziel. Zeit, die sich mit etwas ausfüllen darf, was von irgendwoher in sein Leben kommen möchte. Ab und zu den Moment genießen, wie eine Katze, die einfach nur in der Sonne liegt. Die sich das erlaubt! Die es einfach tut!


Leseprobe 5:

… Dimitri steht oben auf der Leiter und sagt so zum Spaß: „Von der Metaebene aus betrachtet meine ich, dass wir eine Pause machen sollten.“ Sie setzen sich nebeneinander in die Fensternische des dicken Gemäuers und Dimitri sagt:
„Da fällt mir noch ein guter Vergleich oder eine Geschichte ein, die zum Thema Metaebene passt. Ich bin kürzlich mit Gert zusammen in seinem Auto unterwegs gewesen, und der hat ein Navigationssystem im Auto. Wir waren auf der Autobahn und hatten schon im Radio gehört, dass an mehreren Stellen Stau war. Dann sagte uns das Navigationssystem, dass wir an der nächsten Ausfahrt abbiegen sollten. Wir fuhren ab und ein paar hundert Meter weiter gab es erneut Stau. Gert war schon sauer und nörgelte: Was nützt das Navi, wenn es uns von der Autobahn abbiegen lässt und gleich wieder in den nächsten Stau führt. Einige Autos haben dort tatsächlich gewendet. Doch nach ein paar Minuten ging es weiter und wir sahen, dass kurz vor uns ein Traktor abgebogen war. Danach war die Strecke frei. In dem Moment hatten wir nur unsere begrenzte Sichtweise und wären beinahe auch umgekehrt. Zum Glück verließen wir uns auf das Navigationssystem, denn es hatte von oben, vom Satelliten aus auf unsere Wegstrecke geschaut. So ungefähr stelle ich mir die Sichtweise aus dem Universum oder von Gott auf unseren Lebensweg vor. Aus dieser Perspektive sieht man viel mehr, als wir in der jeweiligen Lebenssituation erkennen können.“ …
… „Wir sehen jeweils nur ein kleines Stück unserer Wegstrecke und sind uns dennoch sicher, dass wir unser Ziel erreichen werden. Sonst würden wir gar nicht erst losfahren! Es ist doch verrückt, dass wir das nicht in unserem gesamten Leben so machen! Wir vertrauen einem Stück Technik mehr als uns selbst, oder der ganzen Schöpfung, wie du immer sagst, die sich über Millionen Jahre bewährt hat.“ …

Autor:                          Klaus Eitel Acker
Altersstufe:                 ab 16 Jahre

Der Roman Safari der Suchenden von Klaus Eitel Acker ist als Kindle E-Book bei Amazon erhältlich. – hier-

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